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Politis - Zypern | Donnerstag, 27. Mai 2010

Şener Levent kritisiert Zyperns lyrische Spaltung

Der türkisch-zyprische Autor Şener Levent diskutiert in der konservativen Tageszeitung Politis ein Buch mit griechisch-zyprischen Gedichten und kritisiert deren fehlenden Vergangenheitsbezug: "Die Lyrik des Dichters, dessen Heimat in zwei Teile gespalten wurde, muss traurig klingen. ... Wo ist der Dichter, dessen Heimat bis heute besetzt ist? Ich konnte diese Angst in diesem Buch nicht erkennen. Warum? Hat das Jahr 1974 die griechisch-zyprischen Dichter in keiner Weise berührt? Wurden ihre Gedichte nicht durch den faschistischen Putsch und die [türkische] Invasion geprägt? Ist das überhaupt möglich? Oder sind vielleicht nur in diesem Buch die Gedichte so? Unsere eigenen Gedichte hingegen, das heißt jene der türkisch-zyprischen Dichter, wurden von dem Jahr 1974, von unserer modernen Geschichte beeinflusst. ... Ich frage mich, ob unsere eigenen Dichter von 1974 mehr als die griechisch-zyprischen beeinflusst wurden? ... Ich grüße die Dichter, deren besetztes Land zweigeteilt wurde. So wie das Gedicht eines Zyprioten nach Jasmin und Zitrone duftet, so duftet es auch nach Schießpulver und Unterdrückung. Wenn unser Land nicht zerrissen wäre, dann wären die Quellen unserer Gedichte gewiss die Liebe und das Leben."

» zur gesamten Presseschau vom Freitag, 28. Mai 2010

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