Blog Conversation avec Jacques Attali - Frankreich | Montag, 31. Mai 2010
Jacques Attali lobt den Pessimismus
In seinem Blog bei dem Wochenmagazin L'Express kritisiert der Wirtschaftswissenschaftler und ehemalige französische Regierungsberater Jacques Attali, das allgemeine Lob des Optimismus: "Es wäre höchst gefährlich, den Pessimismus in Verruf zu bringen. Zunächst, weil die Pessimisten in den dunkelsten Zeiten der Geschichte leider immer Recht hatten. Und diejenigen, die ihnen zuhörten, haben sich viele Unannehmlichkeiten erspart. ... Letztendlich, weil das systematische Anprangern des Pessimismus und die systematische Verherrlichung des Optimismus einer vermögenden Haltung entspricht: Reiche Menschen dürfen optimistisch sein, weil sie wissen, dass ... sie besser als andere auskommen werden. Beispielsweise kann die gegenwärtige Finanzkrise für sie eine Profitquelle sein. ... Die Ärmsten sind nur Zuschauer und müssen sich insbesondere vor dem gesellschaftlichen Abstieg fürchten. Den Pessimismus zu denunzieren bedeutet, dass man sich mit der Welt, so wie sie ist, zufrieden gibt. Auf gewisse Weise ist der Optimismus konservativ. Der Pessimismus ist revolutionär. Pessimist zu sein bedeutet also nicht, zu resignieren. Ganz im Gegenteil."
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