Die Presse - Österreich | Freitag, 4. Juni 2010
Haarsträubende Öffentlichkeitsarbeit
Durch seine sture Haltung im Konflikt um den blutigen Armeeeinsatz im Mittelmeer droht Israel seine Glaubwürdigkeit zu verlieren, schreibt die Tageszeitung Die Presse: "Israel macht mit dieser Politik vergessen, dass es von einer radikalen Hamas bedroht wird, dass es mit dem Hamas-Verbündeten Iran einen noch mächtigeren Gegner hat, vor dem es sich schützen muss. Die Regierung unter Benjamin Netanjahu betreibt eine haarsträubende Öffentlichkeitsarbeit, die nur darauf angelegt ist, Feindbilder zu pflegen. Zu denen ist nun auch die Türkei hinzugekommen, die bisher auf Verständigung mit Jerusalem gesetzt hat. In Wirklichkeit müsste es Israel ein Anliegen sein, nicht nur den Tod der neun Aktivisten umfassend aufzuklären, sondern auch ähnliche Vorkommnisse zu verhindern. Es geht um die Glaubwürdigkeit in einem der schwierigsten internationalen Konflikte."
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