Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Montag, 7. Juni 2010
Einfluss im Nahen Osten nutzen
Die Autopsie der Opfer des israelischen Militärangriffs auf ein Hilfsschiff hat in der Türkei erneut für Empörung gesorgt. Demnach starben neun Menschen durch 30 Schüsse. Die linksliberale Süddeutsche Zeitung warnt, dass die Türkei nicht zu lange auf der Welle der nationalistischen Empörung reiten darf, wenn sie ihre Rolle als Beobachter und Vermittler nicht verlieren will: "Was die Türkei bislang so wertvoll machte, auch für die Vereinigten Staaten, auch für die Europäische Union, war die Tatsache, dass sie eben nicht Partei war. Dass sie Kontakt hatte zu Palästinensern wie Israelis. ... Nun könnte die Türkei sich umgekehrt beweisen. Wenn durch die traurigen Ereignisse der letzten Woche das Prestige der Türkei unter den Palästinensern tatsächlich gewachsen ist - dann sollte die Türkei ihren Einfluss nun nutzen, der Hamas endlich die Zugeständnisse abzuringen, die Israel zu Recht verlangt: eine Anerkennung seines Existenzrechts, ein Ende der Raketenangriffe."
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