Dziennik Gazeta Prawna - Polen | Mittwoch, 9. Juni 2010
Wirtschaftsregierung notwendig
Die Beschlüsse der europäischen Finanzminister zur Kontrolle der nationalen Haushalte sind vernünftig. Europa braucht darüber hinaus aber eine richtige Wirtschaftsregierung, meint die konservative Tageszeitung Dziennik Gazeta Prawna: "Die europäischen Länder hatten sich zwar für eine gemeinsame Währung entschieden. Gleichzeitig sollte aber jedes von ihnen weiterhin alleine seine Haushaltsausgaben bestimmen, obwohl von diesen Ausgaben die Glaubwürdigkeit der Gemeinschaftswährung abhängt. Die Griechenlandkrise hat gezeigt, dass diese Konstruktion keine Probezeit überstehen kann. Die deutschen Steuerzahler wurden dazu gezwungen, Griechenland vor dem Bankrott zu retten, obwohl Berlin nicht den geringsten Einfluss auf die Staatsausgaben in Athen hat, die zu der Katastrophe geführt haben. Nach jahrelangen Debatten über die europäische Verfassung und den Lissabonner Vertrag ist Europa zwar reformmüde. Doch es hat keine andere Wahl: Es muss ins kalte Wasser springen und eine Art europäische Wirtschaftsregierung ins Leben rufen."
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