Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | Donnerstag, 21. September 2006
Der Erfolg der rechtsextremen NPD in Ostdeutschland
"Die rechtsextremistische NPD profitiert im ostdeutschen Land Mecklenburg-Vorpommern vom mangelnden Profil der demokratischen Parteien", ist die These von Deutschland-Korrespondent Eric Gujer, der die Strategien der Partei im Osten Deutschlands beschreibt. "In ihren Hochburgen hat die Partei zwei Gesichter: Sie gibt sich bürgerlich und wird zugleich von Neonazi-Gruppen unterstützt... Der Anklamer NPD-Vertreter Michael Andrejewski stammt aus Baden-Württemberg, der Spitzenkandidat der Partei bei der Landtagswahl, Udo Pastörs, aus Niedersachsen... Sie gehören zum Typus des aus Westdeutschland zugezogenen NPD-Kaders mit reicher politischer Erfahrung, der sich bürgerlich gibt und im Osten ein neues Betätigungsfeld gefunden hat. Solche Funktionäre werden unterstützt von braunen Banden, die sich meist als 'Kameradschaften' bezeichnen... Die Anführer der Neonazis stammen ebenfalls oft aus dem Westen. Das Fußvolk, junge Männer mit schlechter Ausbildung und geringen Berufschancen, wird in Mecklenburg-Vorpommern rekrutiert."
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