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România Liberă - Rumänien | Donnerstag, 10. Juni 2010

Dan Alexe über die anpassungsfähigen Osteuropäer

Der bulgarische Politikwissenschaftler Ivan Krastev ist der Ansicht, dass Rumänien und Bulgarien die aktuelle Wirtschaftskrise leichter überwinden, weil beide Länder daran gewohnt sind, den Gürtel enger zu schnallen. Dan Alexe nimmt die Debatte in der Zeitung România Liberă auf. Er sieht die Osteuropäer insgesamt besser vorbereitet als die Bürger im Westen: "Die Rumänen und Bulgaren haben sich so stark an Instabilität und an ein Leben von einem Tag auf den anderen gewöhnt, dass sie sich Techniken eines sozio-ökonomischen Überlebens zugelegt haben, die die Westler schon seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr hatten. Die Westeuropäer sind zu sehr in ihren althergebrachten Gewohnheiten verwurzelt, und dass es von der Wiege bis zur Bahre eine Verteidigung sozialer Rechte gibt. Die Osteuropäer haben sich damit abgefunden, dass ihnen der Staat, wenn sie etwas von ihm erhalten, einen Gefallen tut und das alles nur vorübergehend ist. Sie verfügen zudem über eine Kruste der Gefühllosigkeit, die sie schützt. Im Unterbewusstsein verursacht die Krise also in Rumänien und Bulgarien weniger Chaos, da die Enttäuschung und der Verlust des Selbstwertgefühls bei uns geringer ausfallen als in einem Land wie Griechenland, das von weit oben abgestürzt ist."

» zur gesamten Presseschau vom Donnerstag, 10. Juni 2010

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