Sega - Bulgarien | Mittwoch, 9. Juni 2010
Eurostat statuiert in Bulgarien Exempel
In Folge der Griechenlandkrise hat die EU-Statistikbehörde Eurostat das Recht erhalten, Wirtschaftsdaten vor Ort in den Mitgliedsländern zu überprüfen. Wegen Zweifel an bulgarischen Wirtschaftsstatistiken besuchen Eurostat-Kontrolleure demnächst Sofia. Die EU will ein Exempel statuieren, meint die Tageszeitung Sega: "Warum muss die Kommission ihre neuen Befugnisse als erstes in Bulgarien anwenden? Ganz einfach: Bulgarien soll als abschreckendes Beispiel dienen. Als ärmstes Land ist seine Entlarvung nicht allzu riskant für die Stabilität der Gemeinschaft. ... Bulgariens Problem liegt aber nicht in der Statistik, sondern in dem allumfassenden Netz aus Lügen und Diebstählen, in das es sich während der 20-jährigen Transformation verfangen hat. Nicht von ungefähr hat das Finanzamt gestern [am 8. Juni] entschieden, 500 Steuerprüfungen neu vorzunehmen. Es vermutet, dass sich Finanzbeamte gegen Bezahlung mit den Betrieben abgesprochen haben. Wenn wir schon soweit gekommen sind, die Prüfer prüfen zu müssen, ist es wohl besser, gleich unter die direkte Kontrolle Brüssels zu fallen."
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