Berliner Zeitung - Deutschland | Freitag, 11. Juni 2010
Genugtuung für Srebrenica-Opfer
Im Srebrenica-Prozess hat das Haager UN-Kriegsverbrechertribunal am Donnerstag zwei von sieben Angeklagten des Genozids für schuldig befunden. Die bosnischen Serben Vujadin Popovic und Ljubia Beara wurden zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Das dürften die Angehörigen der Opfer mit Genugtuung registrieren, meint die linksliberale Berliner Zeitung: "Noch im März hatte sich der bosnische Serbenführer Radovan Karadzic vor dem Tribunal erdreistet, das Massaker als Mythos zu bezeichnen. Sein Name steht jetzt auch in dem Urteil gegen die hohen Offiziere. Die haben nach fester Überzeugung des Gerichts auf direkten Befehl des Oberkommandos gehandelt. Eine Direktive vom März 1995 trägt die Unterschrift von Karadzic. Erstmals ist die direkte Befehlskette sichtbar, die von den politisch Verantwortlichen über die Militärstäbe bis zu den Tätern vor Ort führt. Das Tribunal ist weiter vorangekommen, Karadzic seine Schuld als Hintermann der Bluttat juristisch einwandfrei nachzuweisen."
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