Lidové noviny - Tschechien | Dienstag, 15. Juni 2010
Tschechen sehen Euro skeptisch
Die Abneigung der Tschechen gegen den Beitritt zur Eurozone wächst laut einer neuen Umfrage weiter. Derzeit wollen nur noch 54,2 Prozent den Euro, im Februar 2010 waren es noch 63,8 Prozent. Für die konservative Tageszeitung Lidové noviny ist das eine "logische Reaktion in einer Zeit, in der die Probleme der Gemeinschaftswährung unübersehbar geworden sind. Wegen des Euro liegt man sich auf der Achse Paris-Berlin in den Haaren. Die unerbittlichen Forderungen des 'deutschen' Blocks nach Haushaltsdisziplin wirken unangenehm. Ihr Hauptfehler ist jedoch, dass sie nicht unangenehm genug sind. Wenn haushaltspolitische Unverantwortlichkeit das einzige Problem wäre, wie will man dann erklären, dass nicht nur das leichtsinnig schwindelnde Griechenland in die Krise geraten ist, sondern auch Spanien und Irland, die vor kurzem noch einen Etat-Überschuss hatten? ... Die tschechische Wirtschaft ist klein, die Landeswährung potentiell verletzlich und die Möglichkeit, die Zukunft der Eurozone zu beeinflussen, minimal. Derzeit bleibt nichts anderes übrig als die Wirtschaft in Ordnung zu bringen und die Entwicklung mit Bedacht zu verfolgen."
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