Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Montag, 21. Juni 2010
Sieg Kaczyńskis wird Regierung gefährden
Ein Wahlsieg des national-konservativen Präsidentschaftskandidaten Jarosław Kaczyński bei der Stichwahl am 4. Juli kann die Politik des polnischen Premiers Donald Tusk gefährden, meint die Süddeutsche Zeitung: "Kaczynski, der seinen beim Flugzeugunglück von Smolensk umgekommenen Zwillingsbruder Lech als Staatsoberhaupt beerben möchte, kann sich auf eine hochmotivierte Anhängerschaft stützen. Hingegen löst der blasse [Gegenkanditat] Komorowski wenig Begeisterung aus. Sein hoher Stimmenanteil gilt weniger ihm, vielmehr ist er auf den Anti-Kaczynski-Effekt zurückzuführen: Komorowski wählen diejenigen, die Kaczynski verhindern wollen. ... Ein Sieg Kaczynskis bei der Stichwahl am 4. Juli würde die weitere Integration Polens in die EU-Strukturen erschweren oder gar blockieren. Auch würde er wohl sein Veto gegen Kernpunkte des ehrgeizigen Reformprogramms von Tusk einlegen. Eine Niederlage Komorowskis würde also mittelfristig auch den Untergang des Reformers Tusk bedeuten."
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