Hospodářské noviny - Tschechien | Mittwoch, 23. Juni 2010
Russland diskreditiert Transitländer vorsätzlich
Hinter dem Streit zwischen Russland und Belarus über offene Gasrechnungen steckt nach Meinung der Wirtschaftszeitung Hospodářské noviny ein klares politisches Kalkül Moskaus: "Es geht vor allem um das westeuropäische und auch das US-amerikanische Publikum. Russland versucht Europa davon zu überzeugen, dass es beim Drehen am Gashahn um einen reinen Handelsstreit geht. ... Russland will zeigen, dass die Transitländer, die den Gasstrom für die Endverbraucher in Westeuropa drosseln, unzuverlässig sind und es erforderlich ist, dass die Europäer sich direkt [aus Russland] beliefern lassen. Das soll als Argument dienen, wenn der Westen beginnt, an der Notwendigkeit der Gasleitungen Nord Stream und South Stream zu zweifeln. ... Auch der Krieg mit Georgien diente Russland zu PR-Zwecken. Es galt, Georgien als instabiles Gebiet zu porträtieren. Mit dem Ziel, dass private Geldgeber das Interesse an der Finanzierung der Nabucco-Gasleitung verlieren, die genau über georgisches Territorium führen soll."
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