Corriere della Sera - Italien | Freitag, 25. Juni 2010
Claudio Magris warnt vor der Gefahr aggressiver Sprache in der Politik
Umberto Bossi, Chef der rechtspopulistischen Partei Lega Nord, hat die Bürger der norditalienischen Po-Ebene aufgefordert, mit dem Gewehr für den Föderalismus zu kämpfen. Claudio Magris kritisiert Bossi und warnt in der Tageszeitung Corriere della Serra vor einem leichtfertigen Umgang mit der Sprache der Gewalt in der Politik: "Der Appell zur bewaffneten Revolte gegen den Staat ist ein schweres Vergehen, das mit schweren Strafen geahndet wird. Aber natürlich schert sich niemand um diese unangebrachten Schießereien, weil sie niemand mehr Ernst nimmt und alle wissen, dass die heraufbeschworenen Schüsse in Wahrheit nur dazu dienen, das Volk anzuheizen. Aber Worte sind, wie man weiß, Steine, und man täte gut daran, selbst sprachlich nicht mit Gewehren zu spielen, auch wenn es sich um Luftgewehre handelt, mit denen wir als Kinder gespielt haben."
» weiterführende Informationen (externer Link, italienisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Föderalismus, » Italien, » Global
Alle verfügbaren Texte von » Claudio Magris
» zur gesamten Presseschau vom Freitag, 25. Juni 2010