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România Liberă - Rumänien | Dienstag, 29. Juni 2010

Ian Buruma über Fußball als Form des Kriegs

Der frühere niederländische Fußballtrainer Rinus Michels prägte Mitte der 1970er Jahre den berühmten Spruch "Spitzenfußball ist wie Krieg". Der Schriftsteller Ian Buruma gibt Michels in der Tageszeitung România Liberă Recht, auch wenn die laufende Weltmeisterschaft eine Ausnahme ist: "Sicher, Fußballkriege sind selten. ... Doch die Idee, dass der internationale Sportvergleich unausweichlich zu Brüderlichkeit anregt, so wie es einst Pierre de Coubertin, der Gründer der modernen Olympischen Spiele befürwortete, ist eine romantische Fiktion. Die Gewalt der britischen Hooligans zum Beispiel spiegelt eine eigentümliche Sehnsucht nach Krieg wieder. ... Fußball ist eine Gelegenheit, um seinen Kampfgeist zu testen, ohne mehr zu riskieren, als ein paar Knochen zu brechen. Und selbst wenn der Fußball nicht zum echten Blutvergießen führt, inspiriert er starke, primitive Stammesgefühle, beschwört die Tage herauf, als die Krieger ihr Gesicht bemalten und zu kriegerischen Tanzrhythmen sprangen - und dabei kreischten wie die Affen. Die Natur des Spiels verstärkt das: Geschwindigkeit, kollektive Aggressivität. ... Doch nicht alle Spiele sind voller negativer und gewalttätiger Gefühle. Die diesjährige Weltmeisterschaft scheint ein Fest der Brüderlichkeit und des Friedens zu sein."

» zur gesamten Presseschau vom Dienstag, 29. Juni 2010

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