Latvijas Avīze - Lettland | Mittwoch, 30. Juni 2010
Hohe Gehälter kein Garant gegen Gier
Die lettische Anti-Korruptionsbehörde hat wegen des Verdachts auf Geldwäsche und Betrug bei öffentlichen Ausschreibungen fast die gesamte Führung des staatlichen Energiekonzerns Latvenergo verhaften lassen, darunter dessen Chef Kārlis Miķelsons. Die Tageszeitung Latvijas Avīze wirft den Managern Gier vor: "Schon bevor die Staatsanwaltschaft und Gerichte die Fälle aufgearbeitet haben, sind einige Schlüsse möglich, und diese sind eher philosophischer Natur. In der Gesellschaft kursieren zahlreiche Mythen über die Beziehung zwischen Geld und Macht, wobei es zwei Strömungen gibt. Der einen zufolge sind reiche Politiker wünschenswert, weil diese dann 'nicht mehr stehlen'. Andere widersprechen dieser Ansicht und verweisen darauf, dass der Appetit beim Essen wächst. ... Natürlich kann ein schlecht bezahlter Beamter in Versuchung geraten, aber durch diesen Fall ist dieses Argument hinfällig geworden: Auch ein Gehalt wie das von Miķelsons, das vielen lettischen Bürgern geradezu fantastisch erscheint, ist kein Garant für Ehrlichkeit."
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