Jornal de Negócios - Portugal | Mittwoch, 30. Juni 2010
Portugal mischt sich in Mobilfunkmarkt ein
Mit einem Veto hat die portugiesische Regierung am Mittwoch den Verkauf von Kapitalanteilen des größten brasilianischen Mobilfunkbetreibers Vivo, die der Portugal Telecom (PT) gehören, an den spanischen Telekomkonzern Telefónica vorerst gestoppt. Die Regierung stützt ihren Einspruch auf die "Goldene Aktie", die Portugal ein Veto-Recht bei strategisch wichtigen Entscheidungen des einstigen Staatsunternehmens PT einräumt. Unmöglich findet das die Wirtschaftszeitung Jornal de Negócios: "Das Einsetzen der 'Goldene Aktie' ist beispiellos, erstaunlich und vermutlich illegal. Es widerspricht dem Markt, der Geschäftsführung und dem Anstand. Und es offenbart die wirtschaftliche Unterentwicklung des Landes. ... Wer das Sagen haben will, sollte Konzerne nicht privatisieren. Wer sie privatisiert, verstaatlicht sie nicht hinterher wieder. ... Der Verkauf von Vivo wäre schlecht für die PT, aber nicht für ihre Eigner. Wie auch immer, das ist Privatsache. Was heute bei der Hauptversammlung der PT geschah, war weder Interventionismus noch Nationalismus oder ein Verwaltungsakt. Es war eine Niederlage - für Portugal."
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