De Standaard - Belgien | Donnerstag, 1. Juli 2010
Gefühl für Europa wecken
Belgien übernimmt die EU-Ratspräsidentschaft in einer Krisenzeit. Doch die EU ist viel stärker geworden, als viele meinen, hebt die Tageszeitung De Standaard hervor: "Das große Drama in Europa ist nur: In vielen Ländern ist es tabu, das laut zu sagen. Politiker üben sich zu oft in der Kunst der Scheinheiligkeit. Sie schwören ihren Wählern, dass sie keinen Millimeter Entscheidungshoheit an die Dampfwalze Europa abgeben werden. Aber zugleich sehen die Wähler, wie die Macht der EU zunimmt. Der schamlose populistische Diskurs verschiedener europäischer Politiker in den vergangenen Monaten hat Europa viel Schaden zugefügt. ... Europa ist gut für sie. Das ist die Botschaft, die europäische Politiker verkünden müssten. Nur auf diese Weise kann ein Gefühl wachsen, das Valéry Giscard d'Estaing die 'affectio societatis' nannte, die Liebe für Europa. ... Eine solche Haltung erfordert von vielen Politikern eine totale Kehrtwende. Und warum sollten sie das tun? Weil korrekt informierte Bürger gelassener auf populistische und antidemokratische Signale reagieren."
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