Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Montag, 5. Juli 2010
Mehr Diplomatie, weniger Konfrontation
Mit Bronisław Komorowski haben sich die Polen einen diplomatischen Präsidenten gewählt, schreibt die linksliberale Süddeutsche Zeitung: "Ein Großteil der Wähler hat sich nicht für den blassen, stets hölzern wirkenden Komorowski entschieden, weil er sie als Politiker überzeugen würde, sondern weil sie auf jeden Fall Kaczynski verhindern wollten. Mit seinem Namen ist die Zeit des permanenten politischen Streits verbunden. ... Mit Komorowski ist ein derartiger Stil der Konfrontation nicht vorstellbar. Zwar möchte er nicht weniger als die Kaczynskis die Interessen Polens außenpolitisch durchsetzen. Nur versteht er etwas anderes darunter. Als Historiker ist er zur Erkenntnis gelangt, dass Polen seine Souveränität nur im Bündnis mit den westlichen Demokratien stärken kann. Wie sein Parteifreund Donald Tusk, der Premierminister, lässt er sich von dem Motto leiten: Je reibungsloser die EU funktioniert, desto besser ist es für Polen."
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