Kathimerini - Griechenland | Sonntag, 11. Juli 2010
Nikos Konstantaras über Europas schwache Führer
Das größte Problem der Europäischen Union ist der Mangel an interner Koordination und Strategie, meint Nikos Konstantaras in der Sonntagsausgabe der konservativen Tageszeitung Kathimerini: "Der zentrale Mechanismus der Union ist instabil. Die Länder können sich untereinander nicht koordinieren, viele Regierungen sind geschwächt und dazu gezwungen, eine Politik durchzusetzen, die sich an nationalen politischen Kriterien orientiert und nicht am Gemeinwohl. ... Damit Europa aus der Krise herauskommt, braucht es eine Vision und eine Strategie. Es braucht inspirierende Führer, die ihre Völker - aber auch die gesamten 500 Millionen Europäer - überzeugen können, dass das Konzept des vereinten Europas Erfolg haben wird, dass es ihr Leben und ihre Perspektiven verbessern wird. ... Das finanzielle Risiko hat die EU-Mitglieder dazu geführt, einen gemeinsamen Standpunkt einzunehmen und einen Unterstützungsmechanismus für jedes in Not befindliche Land zu entwickeln. Schwache Politiker mussten sich selbst überwinden, um für die Einigung Europas einen historischen Schritt zu machen. Sie haben die Auflösung [der EU] vermieden. Es scheint aber so, als ob sie immer noch nicht glauben, dass sie nur dann stark sind, wenn sie vereint sind."
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