De Volkskrant - Niederlande | Montag, 12. Juli 2010
Niederlande verdrängen Srebrenica
Mit Blick auf den 15. Jahrestag des Völkermords in Srebrenica am Sonntag reflektiert der Kulturhistoriker Thomas van der Dunk in seinem Blog bei der Tageszeitung De Volkskrant über den Umgang der Niederlande mit Kriegseinsätzen: "Wir wagen es nicht, offen anzuerkennen, dass Krieg eine äußerst schmutzige Angelegenheit ist, bei dem auch 'unsere Jungs' große Risiken eingehen. ... Was immer wieder zuallererst zählt, sind unsere guten Absichten, nicht das Resultat. ... Unser Selbstbild von den Menschen, die es gut meinen, projizieren wir auch gerne auf andere, um die Aussichtslosigkeit von bestimmten Unternehmungen auszublenden. Schließlich können wir doch diese Menschen nicht im Stich lassen? Das ist ... auch jetzt wieder das Argument für die Verlängerung des Einsatzes in Afghanistan. Die schmerzhafte Tatsache aber ist, dass man nicht immer helfen kann oder dass damit ein Preis - eine viel größere Truppe und viel mehr tote Soldaten - verbunden ist, den wir nicht bezahlen wollen."
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