Corriere della Sera - Italien | Dienstag, 13. Juli 2010
Sarkozy redet von Verschwörung
Der französische Präsident Nicolas Sarkozy hat am Montag in einem Fernsehinterview sämtliche Vorwürfe der Steuerhinterziehung und illegaler Parteispenden im Zusammenhang mit der Bettencourt-Affäre zurückgewiesen. Seine Version, nach der es sich um eine Lügenkampagne politischer Gegner handelt, hält die liberal-konservative Tageszeitung Corriere della Sera für nicht unwahrscheinlich: "Der bevorstehende Präsidentschaftswahlkampf gestattet Verschwörungstheorien, deren Fäden auch im eigenen Lager gesponnen sein könnten. Die Geschichte der französischen Konservativen schließt das nicht aus. ... Der Glanz vergangener Zeiten lässt sich nicht an einem schwülen Sommerabend auf der Terrasse des Regierungspalastes wiederherstellen, doch hat Sarkozy oft dann sein Bestes gegeben, wenn er sich von allen Seiten bedrängt im Schützengraben befand. Wenn sich der Verdacht definitiv als unwahr erweisen sollte, könnte der Fall Bettencourt zum Bumerang für die Internetseite werden, die ihn veröffentlichte, und für die Presse, die ihn verbreitet hat."
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