Die Presse - Österreich | Mittwoch, 14. Juli 2010
Atomphobie schadet Österreich
Italienische Pläne, in der Nähe von Venedig ein Kernkraftwerk zu errichten, haben im benachbarten Österreich einen Proteststurm ausgelöst. Die Tageszeitung Die Presse kritisiert die reflexartige Ablehnung: "Mittlerweile hat sich in fast ganz Europa die Erkenntnis durchgesetzt, dass sich der Bedarf nach ausreichender und auch ökologisch verträglicher Energie nur stillen lässt, wenn man die Atomkraft ausbaut. Österreich ist anders. Es importiert zwar Atomstrom, Provinzpolitiker und der Boulevard schüren aber trotzdem jedes Mal die Angst vor dem Super-GAU, wenn nahe der Grenze ein Atommeiler ans Netz geht. ... Und weil die Atomphobie so wie die Neutralität Bestandteil der offiziellen Staatsideologie ist, hat sie, bis tief hinein in die EU, auch außenpolitische Auswirkungen. Die Atomphobie ist eine Konstante der österreichischen Außenpolitik. In ihrem Namen nimmt Österreich, wenn es sein muss, auch eine Verschlechterung nachbarschaftlicher Beziehungen in Kauf. Mit Vernunft hat diese Haltung wenig zu tun, eher mit missionarischem Eifer, der populistisch befeuert wird."
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Alle verfügbaren Texte von » Christian Ultsch
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