Der Standard - Österreich | Mittwoch, 21. Juli 2010
Führungsschwäche war gewünscht
Die Vorwürfe gegen UN-Generalsekretär Ban Ki-moon treffen gleichzeitig die fünf Großen bei den Vereinten Nationen, meint die linksliberale Tageszeitung Der Standard, denn die haben ihn gewählt: "In der Tat gibt es an dem Südkoreaner viel auszusetzen. Er hat in seiner bisherigen Amtszeit keine gute Figur gemacht. Bei Krisen oder Kriegen war er verlässlich der Letzte, der etwas dazu zu sagen hatte. Und um die moralische Autorität auszufüllen, die das Amt mit sich bringt, fehlt dem so ehrbaren wie uncharismatischen Karrierediplomaten offensichtlich das persönliche Format. Nur: Ban hat es ja nicht alleine in die Zentrale der Weltorganisation in New York geschafft. Vor allem die fünf ständigen Sicherheitsratmitglieder haben sich 2006 auf ihn verständigt, weil er - im Gegensatz zu seinem damaligen Gegenkandidaten, dem brillanten Inder Shashi Tharoor - als pflegeleicht und beeinflussbar galt. Der Ärger über Ban muss sich also mindestens ebenso sehr an die Veto-Mächte richten."
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