Le Monde - Frankreich | Mittwoch, 4. August 2010
Bernard-Henri Lévy kritisiert Sarkozys Plan zum Entzug der Staatsangehörigkeit
Der Philosoph Bernard-Henri Lévy reagiert in der Tageszeitung Le Monde empört auf den Vorschlag des französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy, eingebürgerten Franzosen die Staatsangehörigkeit zu entziehen, wenn sie das Leben von Polizisten gefährden: "Ich werde mich nicht über den grotesken Charakter des Begriffs 'ausländische Herkunft' äußern. Denn wo fängt die ausländische Herkunft an? Ab welcher Generationen ist man ... vor einem möglichen Entzug sicher? Hat der Präsident ein Kriterium im Sinn? Einen Test? Vielleicht sogar einen DNA-Test? Und selbst wenn es solche Tests geben würde ..., was würde den Menschen passieren, denen die Staatsbürgerschaft entzogen wurde? In welches juristische Loch würden sie fallen? Denn in der Regel besitzen sie wie alle normalen Menschen keine Ersatzstaatsangehörigkeit. Ehemalige Franzosen? Staatenlose? Werden wir unter dem von Sarkozy geäußerten Vorwand, dass die Einbürgerungsmaschine 'nicht mehr funktioniert', jetzt Staatenlose produzieren? Es ist einfach unglaublich, dass man vage andeutet, dass es zwei Klassen von Franzosen gibt: solche, die als Franzosen geboren wurden und solche, die es geworden sind."
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