Die Presse - Österreich | Dienstag, 10. August 2010
Farrow widerspricht Campbell vor UN-Tribunal
Im Kriegsverbrecherprozess gegen Liberias ehemaligen Präsidenten Charles Taylor hat US-Schauspielerin Mia Farrow den Ex-Diktator belastet und damit dem Topmodel Naomi Campbell widersprochen. Für ein Urteil braucht es aber mehr als die Aussagen der beiden Frauen aus der Showbranche, schreibt die Tageszeitung die Presse: "Diamanten, ein exzentrisches Topmodel, eine illustre Schauspielerin, dazu ein honoriger Nobelpreisträger und ein mutmaßlicher Kriegsverbrecher: Wenn das nicht in die Schlagzeilen findet, was dann? Das dürfte auch das Kalkül der Ankläger gewesen sein. Denn so wichtig der Prozess als starkes Signal gegen die Straflosigkeit ist: Das öffentliche Interesse daran blieb so bescheiden wie die Finanzierung. Vergangenes Jahr drohten dem Sondertribunal sogar die Geldmittel auszugehen. Dass allerdings - wie bisweilen dargestellt - die Erinnerungen respektive Erinnerungslücken der zwei Society-Damen den Ausschlag für das Urteil in einem der wichtigsten Kriegsverbrecherprozesse der letzten Jahre geben könnten, will man lieber nicht hoffen."
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