Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Mittwoch, 11. August 2010
Polen streiten über Kreuz vor Präsidentenpalast
In den vergangenen Tagen haben in Warschau Gegner und Befürworter des Kreuzes, das vor dem polnischen Präsidentenpalast steht, demonstriert. Es soll an den bei einem Flugzeugabsturz verunglückten Präsidenten Lech Kaczyński erinnern. Die linksliberale Süddeutsche Zeitung analysiert: "Hier befehdet sich das katholische Polen. Vordergründig heizen die konservative Regierungspartei und die nationalkonservative Opposition den Konflikt an. Doch die eigentliche Verantwortung kommt den Bischöfen zu. Sie haben im April nach dem Flugzeugunglück von Smolensk durchgesetzt, dass der Präsident in der Wawelkathedrale in Krakau beigesetzt wurde. ... Doch, warum ein wenig erfolgreicher und überdies unpopulärer Präsident neben Königen, Nationalhelden und -dichtern bestattet werden sollte. Hinter dem Streit um das Kreuz steht letztlich die Frage nach der Stellung von Religion und Kirche in der demokratischen Gesellschaft Polens. Die Demonstrationen und auch Umfragen dieser Tage zeigen, dass die überwältigende Mehrheit der Polen sehr wohl auf die Trennung von Staat und Kirche größten Wert legt."
» weiterführende Informationen (externer Link, deutsch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Religion, » Polen
Alle verfügbaren Texte von » Thomas Urban
» zur gesamten Presseschau vom Mittwoch, 11. August 2010