La Repubblica - Italien | Donnerstag, 12. August 2010
Fed handelt gegen eigene Überzeugung
Die erneute geldpolitische Stimulierung der Federal Reserve im Kampf gegen Konjunkturflaute und Deflation kann schlimme Folgen haben, meint die linksliberale Tageszeitung La Repubblica mit Blick auf die Gefahr einer Inflation: "Die Verbraucher genießen die Preissenkungen [in der Deflation]. Die Euphorie führt zu einer logischen Entscheidung. Noch weniger ausgeben in Erwartung weiterer Ermäßigungen, die noch 'reicher' machen. Ein mörderisches Zeichen für Unternehmen. Der Konsumentenstreik bremst Investitionen und blockiert Einstellungen. ... . Wie Hexenmeisterlehrlinge sehen sich die Bankiers der Zentralbanken nun gezwungen, neue Zauberkunststücke zu vollführen. Sie müssen um jeden Preis Inflation herbeiführen. Das ist das genaue Gegenteil dessen, was ein halbes Jahrhundert lang ihre institutionelle Aufgabe war. Dieses Handeln wider ihre Natur erklärt die Langsamkeit der Reflexe und die Zurückhaltung. ... Sie muss sich selbst Gewalt antun. Ihr ist bewusst geworden, dass die Gefahr heute nicht mehr Preissteigerung heißt. Der Hohn ist jedoch, dass die von der US-amerikanischen Zentralbank geschaffene Cash-Flut statt die USA zu heilen, die Inflation in den Ländern der Welt nährt, die ein starkes Wachstum haben."
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