Le Temps - Schweiz | Dienstag, 17. August 2010
Beijing spielt Aufstieg herunter
Trotz seines Aufstiegs zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt möchte China nicht als wohlhabender Staat wahrgenommen werden, schreibt die Tageszeitung Le Temps: "Ist es der Sieg eines Rezepts: Des Rezepts der kommunistischen Partei und ihres 'Konsens von Beijing'? Wird die Verknüpfung von Markt und Leninismus Schule machen? Im Land selbst wird die Staatsmacht den Sieg über den historischen Feind Japan zweifellos beweihräuchern und auf diese Weise ihre Art der Regierungsführung legitimieren. Auf der internationalen Ebene übt sich Beijing hingegen in einer Bescheidenheit, die man von der Volksrepublik zuletzt nicht kannte. Warum? Zunächst aus Berechnung. China will weder als reiches Land wahrgenommen werden, noch die Verantwortung eines solchen tragen (vor allem im Umweltbereich). Daher gibt sich China weiterhin als Entwicklungsland."
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