Adevărul - Rumänien | Mittwoch, 8. September 2010
Rumänen wollen Geld statt Bildung
Nach den Nachprüfungen im September haben nun insgesamt 69 Prozent der rumänischen Gymnasiasten das Abitur bestanden. Im vergangenen Jahr waren es noch 80 Prozent. Schnelles Geld ist jungen Rumänen wichtiger als Bildung, meint die Tageszeitung Adevărul: "Seit zwei Jahrzehnten hat sich in den Köpfen der Leute (und auch der Kinder!) die Idee verfestigt, dass man nicht allzu viele Bücher braucht, sondern dass es wichtig ist, Geld zu machen. ... Immer mehr Schüler und Eltern haben begonnen, Schulen und Universitäten als Dienstleister zu sehen: Wichtig ist, dass sie unseren Kindern die Abschlüsse geben, danach kommen wir schon selbst zurecht. ... Diese Wahrnehmung gibt es nicht nur bei Kindern, ... sie hat sich auf die gesamte Gesellschaft ausgedehnt: Die Gewinner der Wende sind in den Augen der Masse 'gerissen': Die wussten, wie man Geld macht. Wir werden diesem verzerrten Bild nur schwerlich entkommen und die Leute werden nur schwerlich begreifen, dass ein Studium eben doch die sicherste Zukunftsinvestition ist."
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