La Repubblica - Italien | Montag, 13. September 2010
Deutsche reagieren nervös auf neue Kapitalregeln
Die wichtigsten europäischen Notenbanker und Bankenaufseher haben am Sonntag in Basel härtere Kapital- und Liquiditätsvorschriften beschlossen. Als erstes hat die Deutsche Bank darauf reagiert mit einer Kapitalerhöhung von knapp zehn Milliarden Euro, was die linksliberale Tageszeitung La Repubblica für bezeichnend hält: "Ausgerechnet Deutschland, die Hochburg der Strenge bei öffentlichen Finanzen, ist eines der schwachen Kettenglieder im privaten Finanzbereich. ... Es ist kein Zufall, dass die Regierung von Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihre Bundesbank in den Verhandlungen von Basel ... bis zum Schluss versucht haben, weniger strenge Regeln herauszuholen. Sie wissen, dass einige der deutschen Banken zu den klapprigsten gehören und aufgrund der Reform [Basel III] hohe Kosten in Kauf nehmen müssen. ... Schade, dass ausgerechnet der Präsident der Deutschen Bundesbank [Axel Weber] dazu bestimmt ist, die Nachfolge von Jean-Claude Trichet bei der Leitung der Europäischen Zentralbank anzutreten. Doch bei so krassen Meinungsverschiedenheiten entscheidet das politische Gewicht Berlins."
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