Les Echos - Frankreich | Mittwoch, 22. September 2010
Erfolg mit bitterem Beigeschmack
Irlands Erfolg, 1,5 Milliarden Euro auf dem Kapitalmarkt bekommen zu haben, hat für die Wirtschaftszeitung Les Echos einen bitteren Beigeschmack: "Irland bezahlt den hohen Preis des Zweifels. Zweifel am öffentlichen Haushalt, Zweifel an der Erholungsfähigkeit, Zweifel an dem wirklichen Zustand des Bankensektors. … Der Teufelskreis musste deshalb dringend durchbrochen werden. ... Es war notwendig, die Spekulationen zu unterbinden, die den Finanzmarkt stark beeinflusst haben. Notwendig zu zeigen, dass im Unterschied zu Griechenland, seinem Schicksalsgefährten in der Eurozone, Irland noch in der Lage war sich langfristig Geld zu leihen. Notwendig der Welt zu beweisen, dass Irland es nicht nötig hatte, den Internationalen Währungsfonds zu Hilfe zu rufen, wie es auf den Märkten bereits geflüstert wurde. Aus dieser Sicht ist die Operation ein echter Erfolg. Aber mit einem Zinssatz von sechs Prozent auf acht Jahre bekommt der Erfolg einen bitteren Beigeschmack."
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