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Lidové noviny - Tschechien | Freitag, 24. September 2010

Martin Weiss über fehlendes Verständnis für Osteuropa

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat erneut Nutznießer des früheren kommunistischen Regimes in Prag entschädigt. Tschechen, die von Regimegegnern konfisziertes Wohneigentum erworben hatten und dies nach 1989 zurückgeben mussten, sollen eine Entschädigung über dem damaligen Kaufpreis bekommen. Das zeigt, dass Westeuropa das Erbe des Kommunismus nicht begreift, meint Martin Weiss in der konservativen Tageszeitung Lidové noviny: "Das Straßburger Gericht befasst sich nicht damit, wie der Sozialismus real funktioniert hat. Es urteilt nach heutigen Maßstäben des Rechtsstaats. Mit dem Ergebnis, dass es die Unmoral gutheißt. ... Es wäre aber zu einfach, uns über unbelehrbare, westeuropäische Linke zu beschweren. Denn wir haben bislang nicht dafür gesorgt, dass die Reflexion unserer historischen Erfahrungen mit dem Sozialismus Bestandteil des gesamteuropäischen Bewusstseins geworden ist. Und zwar weil wir selbst diese Zeit bislang nicht überzeugend reflektieren."

» zur gesamten Presseschau vom Freitag, 24. September 2010

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