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La Repubblica - Italien | Mittwoch, 29. September 2010

Roberto Saviano über Medienhetze und persönliche Verantwortung

Italiens Premier Silvio Berlusconi stellt am heutigen Mittwoch die Vertrauensfrage im Parlament. Vorangegangen sind monatelange Schlammschlachten in den Medien, die zum Instrument von Hetzkampagnen, Rufmorden und Diffamierungen mutiert sind, kritisiert Roberto Saviano in der linksliberalen Tageszeitung La Repubblica: "Wie kann man diesen Teufelskreis, der nicht nur für die einzelnen Betroffenen, sondern für die Demokratie insgesamt gefährlich ist, aus den Angeln heben? Das Gegengift liegt in uns, den Lesern, Zuschauern und Bürgern, sofern wir unser selbständiges Denken bewahren und unser Urteilsvermögen zurückgewinnen. Das Gegengift liegt in der Verweigerung der Aufnahme und der Verbreitung des Geredes; ... in der Erkenntnis, dass man sich unser bedient, ... unserer Münder als Megafon von Gedanken, die nicht die unsrigen sind; in der Ablehnung, ... unsere Zeit auf Klatschwebseiten zu verbringen, die gegen Bezahlung lügen, im scherzhaften Tonfall Legitimität absprechen und private Informationen zum Schaden von Person einsetzen. Denn das ist die Methode der alten kommunistischen Regime, der Gewaltherrschaft der sozialistischen Länder, die Dissidenten als lasterhafte Menschen, Diebe, Nichtstuer, Gesindel dargestellt haben, die nur aus niedrigen Beweggründen und Eigeninteresse Widerstand geleistet hätten."

» zur gesamten Presseschau vom Mittwoch, 29. September 2010

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