La Stampa - Italien | Montag, 4. Oktober 2010
Deutschland nährt polnischen Aufschwung
Die EU-Kommission sieht Polen neben Deutschland als Zugpferd für das europäische Wirtschaftswachstum. Laut Prognosen werden sich die Wirtschaftsleistungen beider Länder in diesem Jahr um 3,4 Prozent erhöhen. Der Aufschwung Polens vollzieht sich im deutschen Interesse, kommentiert die liberale Tageszeitung La Stampa: "Erinnert sich noch jemand an das postkommunistische, vereinsamte Aschenputtel, das 2004 durch die Hintertür den Palast der Europäischen Gemeinschaft betrat? … Sechs Jahre in der EU sind nicht vergebens gewesen. … 2009 war Polen Empfänger eines 'Extra'-Zuschusses in Höhe von 6,5 Milliarden Euro und Deutschland war wie gehabt der Hauptzahler der Prämie, die den bereits fortgeschrittenen Aufschwung beflügeln sollte. Tatsächlich hat sich die polnische Wirtschaft mit Hilfe von EU-Geldern rasch auf eigene Füße gestellt. … Polen will eine führende Nation in einem erweiterten und verwandelten Europa werden, das einerseits den Untergang der französisch-deutschen Achse erlebt und andererseits sieht, wie Berlin sich immer mehr den postkommunistischen Hauptstädten annähert."
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