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Público - Portugal | Montag, 4. Oktober 2010

Befremdliche Demokratiefeier in Portugal

Portugal begeht am heutigen Dienstag den 100. Jahrestag der Ausrufung der Ersten Republik. José Manuel Fernandes ist in der Tageszeitung Público befremdet über die geplanten Feierlichkeiten: "Erstens, weil sie die Realität auf eine falsche Dichotomie reduzieren - korrupte Monarchie einerseits, rettende Republik andererseits. Dann, weil man auf schockierend manipulative Art versucht, die Wurzeln unserer heutigen Demokratie in dem fremdartigen Regime von damals zu verorten. Ich habe nur eine Erklärung dafür, und sie ist nicht begeisternd: die Existenz beklemmender Parallelen zwischen dem aus dem 5. Oktober hervorgegangenen Regime und bestimmten politischen Methoden dieser Tage. … Heute ist es zwar undenkbar, dass ein 'Geister-Lkw' durch Lissabon fährt und reihenweise politische Gegner verhaftet. Aber dies verhindert nicht, dass man - wie nach der Ermordung von [König] D. Carlos … - eine Regime-Endzeit-Stimmung spürt. … Heute fordern sich Politiker zwar nicht mehr zum Duell, … aber wir sind an einem Punkt, an dem die Charakterprobleme des Premiers zum Problem für die ganze Regierungsform werden."

» zur gesamten Presseschau vom Dienstag, 5. Oktober 2010

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