Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Mittwoch, 6. Oktober 2010
Alte jammern über demokratischen Wandel
In mehreren europäischen Ländern sind Minderheitsregierungen an der Macht und Rechtspopulisten sowie Radikale erzielen Erfolge. Erstarrung, Wahlverweigerung, Populismus und die neue Rechtslastigkeit sind auch Phänomene älter werdender Gesellschaften, beklagt die linksliberale Süddeutsche Zeitung: "Alte Gesellschaften scheuen den Wandel, sie beklagen die Zumutung, sie fürchten sich vor Überfremdung. Europas demographisches Problem wird so zu einem politischen Problem. In einer Zeit, wo sich autoritäre Systeme etwa in Asien als überlegen empfinden, bejammern die Gesellschaften Europas die Mühsal der Demokratie. Dem Kontinent tut das nicht gut. Er muss sich nun dafür interessieren, ob Geert Wilders vor Gericht obsiegt oder die Schwedendemokraten einen Gottesdienst zur Parlamentseröffnung unter Protest verlassen, als wäre es eine Wahlversammlung. Von starkem Selbstbewusstsein zeugt das alles nicht."
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