Frankfurter Rundschau - Deutschland | Freitag, 22. Oktober 2010
Deutsche Wirtschaft wächst dank Keynes
Deutschlands Wirtschaftsminister Rainer Brüderle hat am Donnerstag die Wachstumsprognose für das Jahr 2010 auf 3,4 Prozent erhöht. Das ist nicht sein Verdienst, sondern den Theorien des Wirtschaftswissenschaftlers John Maynard Keynes zu verdanken, meint die linksliberale Frankfurter Rundschau: "Ihnen hängt Brüderle definitiv nicht an. ... Doch auch Deutschland hat sich keynesianisch verhalten und die Konjunktur auf Pump gestützt, womit wir wieder bei Brüderle wären. Er hat die beiden international hochgelobten deutschen Programme, die Abwrackprämie und die Verlängerung des Kurzarbeitergeldes, als Wirtschaftsexperte der FDP bekämpft. Die Abwrackprämie sei 'ökonomischer Unsinn' (O-Ton Brüderle), das Kurzarbeitergeld streue den Menschen Sand in die Augen, lautete die offizielle FDP-Position. ... Tun kann er etwas an anderer Stelle. Er sollte alle Sparmaßnahmen und Steuererhöhungen unter einen Vorbehalt stellen: Schaden oder nutzen sie der Binnennachfrage? ... Dann, Herr Minister, erarbeiten auch Sie sich einen Anteil am Aufschwung. Dann gibt Deutschland das Wachstum ans Ausland zurück, was es sich zur Zeit borgt."
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