Il Sole 24 Ore - Italien | Mittwoch, 27. Oktober 2010
Deutsch-französiche Forderung bedroht Gipfel
Die Forderung Deutschlands und Frankreichs, Defizitsündern das Stimmrecht zu entziehen, könnte den EU-Gipfel im Chaos versinken lassen, lautet die Prognose der Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore: "Eigentlich sollte der Gipfel nur die von den Finanzministern in Luxemburg vereinbarte Reform des Stabilitätspakts absegnen und so den Weg für seine konkrete Umsetzung frei machen. … Stattdessen droht er, sich in eine Wildwest-Auseinandersetzung zu verwandeln, bei der jeder gegen jeden kämpft, besser gesagt gegen Angela Merkels Deutschland und Nicolas Sarkozys Frankreich. ... Zumindest ist die Mehrheit der Mitgliedstaaten einmal mit der EU-Kommission einer Meinung [die sich gegen den Entzug des Stimmrechts ausgesprochen hat]. Und das nicht nur, weil sie an die acht Jahre wie an einen Albtraum denkt, in denen der Vertrag verhandelt und seine Verabschiedung verfehlt wurde - er ist erst im vergangenen Dezember in Kraft getreten. Sondern auch deshalb, weil sie die französisch-deutsche Führung, genauer die deutsche Vorherrschaft, die sich darin verbirgt, immer schlechter verdaut."
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