Lidové noviny - Tschechien | Freitag, 29. Oktober 2010
Druck lässt Merkel handeln
Die Rasanz, mit der die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel beim EU-Gipfel in Brüssel aufgetreten ist, kommt für die konservative Tageszeitung Lidové noviny nicht von ungefähr: "Merkel gerät zu Hause unter immer stärker werdenden Druck. Die skeptischer werdende Öffentlichkeit erwartet von ihr die Garantie, dass Deutschland nicht unendlich die Zeche für überschuldete Länder zahlen wird. Deshalb knüpfte sie schon in der vergangenen Woche in den Vorverhandlungen mit dem französischen Präsidenten in Deauville den Lissabon-Vertrag wieder auf. ... Berlin könnte den Druck noch weiter erhöhen und mit dem Abschied aus der Eurozone drohen. In deutschen Wirtschaftskreisen wird schon seit Monaten an einer ernsthaften Studie über eine gemeinsame Währung nur für ökonomisch verantwortungsvolle Länder in Nordeuropa gebastelt. ... Solcher Druck aber würde zur Auflösung der Union beitragen."
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