La Vanguardia - Spanien | Mittwoch, 3. November 2010
Francesc-Marc Álvaro über Wikileaks und Transparenz
Seit einem Interview mit dem Wikileaks-Gründer Julian Assange in der Tageszeitung El País diskutieren die spanischen Medien über die Bedeutung der Webseite, die sich auch als Medienkritik versteht. Francesc-Marc Álvaro hält Wikileaks für einen wesentlichen Baustein in der modernen, demokratischen Informationsstruktur und schreibt in der liberalen Tageszeitung La Vanguardia: "Die Veröffentlichung von 400.000 Dokumenten über den Irak-Krieg hat Wikileaks in ein globales Phänomen verwandelt, das Regierungen, Unternehmen und Organisationen herausfordert und gleichzeitig die Bedingungen und Routinen des Journalismus in Frage stellt. Nur vier Jahre nach der Gründung verwirklicht die Webseite von Assange eine der meistwiederholten Forderungen des Bürgers der heutigen Zeit: die Forderung nach Transparenz. Wir wollen nicht nur informiert sein, wir wollen auch wissen, was hinter, unter und neben den Kulissen vor sich geht. Die Gesellschaft der Hyperkommunikation hat einen Riesenlärm verursacht, der ermüdet und abstumpft, aber sie hat auch eine natürliche Neugier geweckt für all das, was uns umgibt."
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