La Repubblica - Italien | Mittwoch, 3. November 2010
Populismus hat kurze Beine
Die Niederlage von Barack Obama gehört zum traditionellen politischen Zyklus in den USA, während die für den Sieg der Republikaner verantwortliche populistische Tea-Party-Bewegung sich als kurzlebig herausstellen könnte, meint die linksliberale Tageszeitung La Repubblica: "Die Republikaner sollten vermeiden, sich an diesem Sieg zu berauschen. Die Tea-Party ist zweifelsohne die große Neuigkeit des Moments. Die Bewegung hat bis zur Perfektion just das 'Modell Obama' studiert, sie hat die Mobilisierung der Zivilgesellschaft genutzt, um das Establishment der Partei aus den Angeln zu heben. Es ist eine 'insurgency', der Aufstand einer Zivilgesellschaft, die sich ihrer Unabhängigkeit wieder bemächtigen will. Derartige Bewegungen können jedoch einen kurzen Atem haben. ... Von nun an wird nur die Wirtschaft entscheidend sein. ... Die rechtspopulistischen Konservativen träumen von einem schlanken Staat und drastischen Kürzungen der öffentlichen Ausgaben. … Eine doktrinäre Vision, die die Krise verschärfen und die USA in eine neue Depression stürzen ließe."
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