Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Montag, 15. November 2010
Frankreichs neues Kabinett stärkt Europa
Dem neu gebildeten Kabinett Frankreichs wird der bisherige Premier François Fillon vorsitzen. Damit hat Präsident Nicolas Sarkozy eine gute Entscheidung getroffen, lobt die linksliberale Süddeutsche Zeitung, sowohl für Frankreich als auch für Deutschland: "Fillon steht für Realismus und Budget-Disziplin. Er weiß, dass der Staatshaushalt saniert werden muss und dürfte darauf verzichten, Sarkozys Wiederwahl im Jahr 2012 mit dem offenen Geldbeutel zu erkaufen. Das wird die Abstimmung zwischen Berlin und Paris erleichtern. Zudem gehört Fillon nicht zu jenen Franzosen, die Deutschland wegen seiner Exportstärke schelten. Der Premier will vielmehr versuchen, die französischen Unternehmen wettbewerbsfähiger zu machen und so Arbeitsplätze zu schaffen. Gelingt ihm das, so wird dies im nächsten Präsidentschaftswahlkampf Sarkozy zugute kommen. ... Zudem hat er bewiesen, dass er Exzesse des Präsidenten, etwa gegenüber Roma und anderen Einwanderern, ablehnt. ... An diesem Kabinett also dürfte Sarkozys Wiederwahl im Frühjahr 2012 nicht scheitern. Es liegt am Präsidenten selbst, aus seinen Fehlern der vergangenen Jahre zu lernen."
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