Blog Marko Mihkelson - Estland | Montag, 15. November 2010
G20 verpasst Einigung im Währungsstreit
Auf dem G20-Gipfel in Seoul haben sich die Vertreter der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer sowie der EU auf eine Reform des Internationalen Währungsfonds und strengere Bankenregeln geeinigt. Die wichtigsten Punkte im Handels- und Währungsstreit wurden aber vertagt. Der estnische Außenpolitiker Marko Mihkelson sieht in seinem Blog die Gefahr eines Währungskriegs noch nicht gebannt: "In Seoul ist deutlich geworden, dass es bei den G20-Treffen deutlich schwieriger ist, zu einer Einigung zu kommen als bei den G7-Gipfeln. Deren Bedeutung verblasst aber immer mehr, weil der Westen an Einfluss in der Welt und damit auch bei der Währungspolitik verliert: Ohne China, Indien, Brasilien, Mexiko, die Türkei, Russland und die übrigen G20-Mitglieder lassen sich viele Probleme heute nicht mehr lösen. Damit aber besteht die Gefahr, dass es in den nächsten Monaten zu einer Zunahme protektionistischer Tendenzen kommt. Und die USA könnten aus innenpolitischen Motiven heraus ihre internationalen Aktivitäten einschränken, was zu einer Zunahme der währungspolitischen Spannungen führen würde."
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