Die Presse - Österreich | Montag, 15. November 2010
Folge einer falschen Währungspolitik
Finanzhilfen der EU wie für Griechenland und jetzt eventuell für Irland sind keine Lösung, meint die liberal-konservative Tageszeitung Die Presse. Das eigentliche Problem sieht sie in einer Währungspolitik, die von niedrigen Zinsen und scheinbar folgenlosem Schuldenmachen geprägt ist: "Die Märkte, auf denen Anleger lange vom Schein des Erfolgs und der Sicherheit des Euro profitieren konnten, sind zur eigentlichen Maßzahl der europäischen Währungs- und Wirtschaftspolitik geworden. Der Druck ist riesig, alles so zu belassen, wie es ist - obwohl genau das ins Desaster führen muss. Das derzeitige System der gegenseitigen Garantien ist eine Einladung, auf staatliches Sparen und Weitsicht bei privaten Investitionen zu verzichten. Es ist ein Konstrukt entstanden, das weiterhin billiges Geld produziert, das dazu führen wird, dass nach Griechenland nun weitere Länder in Richtung Ruin steuern. Alles Schein und Trug: Der Rettungsring, der ihnen entgegengeworfen wird, ist so prall mit Luft gefüllt, dass er bei jedem Versuch, sich daran festzuhalten, platzen könnte."
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