Corriere del Ticino - Schweiz | Dienstag, 16. November 2010
Regierungskrise in Italien spitzt sich zu
Vier Mitglieder der italienischen Mitte-Rechts-Regierung sind am Montag zurückgetreten. Sie gehören der Partei Zukunft und Freiheit für Italien (FLI) von Gianfranco Fini an, der mit dem Premier gebrochen hat. Eine offenkundige Regierungskrise, meint die liberale Tageszeitung Corriere del Ticino: "Unbestreitbar ist die Tatsache, dass der Premier die Fäden in der Hand hält. Ein gewissenloser Premier, der … erst dann weicht, wenn das Parlament ihn dazu zwingt? Vielleicht. Oder er ist das Gegenteil, ein unverfrorener und listiger Premier, der seine eigene Strategie verfolgt, um seinen Gegnern keine Genugtuung zu geben. Und dabei stehen ihm einige Trümpfe zur Verfügung. … So sind nur wenige Abgeordnete und Senatoren bereit, nach Hause zu gehen und auf ihre hohen Bezüge… zu verzichten. Von daher rührt die persönliche Umwerbung der unentschiedenen Parlamentarier, die erkennen müssen, dass sie Berlusconi ihr Vertrauen aussprechen müssen, um ihren eigenen Posten nicht aufs Spiel zu setzen."
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