La Repubblica - Italien | Freitag, 19. November 2010
Savianos Worte machen Politikern Angst
Zwischen Italiens Innenminister Roberto Maroni und dem Schriftsteller Roberto Saviano ist ein Streit ausgebrochen. In seiner Polit-Talkshow Vieni via con me (Brich mit mir auf) sprach Saviano von der engen Beziehung zwischen der 'Ndrangheta, der Mafia in der süditalienischen Region Kalabrien, und Maronis rechtspopulistischer Partei Lega Nord. Dazu schreibt die linksliberale Tageszeitung La Repubblica: "Savianos Worte haben politisches Gewicht, gerade weil er keine Politik betreibt und auch nicht betreiben will. … Seine Worte sind entwaffnend, frei von Hintergedanken, weil sie um ihrer selbst Willen ausgesprochen werden. Deshalb werden sie von Millionen von Zuschauern als authentisch empfunden. Das macht der herrschenden Macht Angst. Weil sie an Sprachstörung leidet, weil ihre eigenen Worte nicht mehr funktionieren oder falsch klingen. Der Gedanke, dass neun Millionen Zuschauer sich nicht nur mit guten Sendezeiten erklären lassen, sondern mit dem Bedürfnis nach einer neuen Sprache mit neuen Werten, macht Angst. Ein Bedürfnis, nicht nur den Sender zu wechseln, sondern das Land zu verändern."
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