Élet és Irodalom - Ungarn | Freitag, 19. November 2010
Ákos Szilágyi über die Gefahren durch politische Wunderheiler
Der politische Zauberkünstler und Populist steht im Mittelpunkt einer Analyse des Dichters und Essayisten Ákos Szilágyi in der liberalen Wochenzeitung Élet és Irodalom, mit der er auf Regierungschef Viktor Orbán anspielt: "Der Held des populistischen Zaubermärchens hat einen direkten und äußerst vertraulichen Draht zum Himmlischen. Dank des göttlichen Kontakts vermag er nicht nur das Böse zu bekämpfen, die Probleme zu lösen und das Volk aus den Fesseln der Sklaverei zu befreien, sondern auch wahre Wunder zu wirken. Als Wunder wird gemeinhin der Sieg über die Naturgesetze bezeichnet. Das politische Wunder hingegen manifestiert sich folgendermaßen: Triumph über die Gesetze der Gesellschaft, die Gesetze der Marktwirtschaft, die Gesetze des Staatshaushalts und nicht zuletzt über die Gesetze der Demokratie. ... Gesetze sind lästige Hindernisse, von denen es das Land zu befreien gilt. Der Wundertäter muss seine außergewöhnlichen Fähigkeiten und seine charismatische Einzigartigkeit immerzu mit immer neuen Wunderdingen bestätigen. ... Der Triumph des populistischen Märchenhelden ist freilich nicht nur beispiellos und außergewöhnlich, sondern auch glänzend, strahlend und umwälzend sowie total und unumkehrbar."
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