Die Presse - Österreich | Mittwoch, 24. November 2010
Keine Lösung in Sicht
China und die USA sind nicht daran interessiert in den Konflikt zwischen Nord- und Südkorea einzugreifen, und deshalb ist eine effiziente Lösung momentan nicht in Sicht, schreibt die liberal-konservative Tageszeitung Die Presse: "Das Glück Kim Jong-ils ist, dass es keine einfache Lösung für das Problem gibt, das er darstellt. Die militärische Option fällt flach: Nordkorea würde beim ersten Anzeichen einer Invasion Seoul, die nur wenige Kilometer entfernte Hauptstadt Südkoreas, in Schutt und Asche legen. Darüber hinaus könnten in solch einem Fall, wie schon während des Korea-Krieges (1950–1953), China und die USA direkt aneinandergeraten; und das will niemand. Hochriskant wäre es auch, den Diktator mit einer gezielten Kugel aus dem Weg zu räumen: Denn keiner kann wissen, ob die Verhältnisse nach ihm nicht noch unberechenbarer werden. Sanktionen? Ihre Wirkung war bisher begrenzt. Den größten Einfluss hätte China, das aber, wie gesagt, kein ausgeprägtes Interesse an einem Regimewechsel hat."
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