The Guardian - Großbritannien | Montag, 29. November 2010
Geheimhaltung keine Aufgabe der Presse
Die Presse steht nicht in der Pflicht, Regierungen vor der Blamage zu bewahren, verteidigt sich die linksliberale Tageszeitung The Guardian nach der Veröffentlichung geheimer US-Depeschen: "Es ist ganz klar die Aufgabe der Regierungen, nicht der Journalisten, öffentliche Geheimnisse zu wahren. Wäre ihre Enthüllung eine übergreifende Gefahr, wäre vielleicht größere Zurückhaltung angebracht. Doch es gibt keine solche übergreifende Gefahr, nur die Enthüllung der Strategien selbst. Eine Großmacht, die das Richtige tut, sollte gegen Blamage gewappnet sein. Was aus dieser Geschichte folgen sollte, ist die Änderung der Grundlage diplomatischer Kommunikation. Wenn sich Wikileaks wie auch immer Zugriff auf das Material verschaffen kann, dann kann es vermutlich auch ein fremder Staat. Auf dem Papier können Worte gesichert werden, elektronische Archive nicht. Die undichten Stellen haben ein Loch in das System gesprengt, mit dem Staaten ihre Geheimnisse schützen."
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