Magyar Narancs - Ungarn | Donnerstag, 2. Dezember 2010
Orbán entzieht Ungarn die Freiheit
Aus Protest gegen die geplante Verschärfung des ungarischen Mediengesetzes zum 1. Januar 2011 erscheint die aktuelle Ausgabe der Wochenzeitung Magyar Narancs mit einer leeren Titelseite. Das linksliberale Blatt sieht in den Veränderungen den Griff zur totalen Kontrolle über die Medien: "Die Regierungsmehrheit und die riesige Propaganda-Maschinerie, die der Regierungsmehrheit zu Diensten steht, haben entschieden, dass es rechtens ist, wenn Premier Viktor Orbán und seine Handlanger in diesem Land über alles entscheiden. ... Die aggressive, expansive Phase von Diktaturen ist nun mal so. ... Doch wir reden hier nicht nur von uns, den Journalisten, der Presse. Nicht nur wir sind in Gefahr, sondern auch die oppositionellen Parteien, die ohne unabhängige Presse nur noch auf die öffentlich-rechtlichen Medien zählen können - die aber inzwischen auch unter der Kontrolle der Regierung stehen. ... Dieses Gesetz nähme nicht nur den Medien ihre Freiheit, sondern die Freiheit aller, die in diesem Land leben. ... Jene, die uns die Freiheit nehmen, tun dies nicht etwa aus einem Dilettantismus oder Missverständnis heraus. Nein, der Freiheitsentzug ist von langer Hand geplant."
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